Benachteiligung einmal andersrum
Caitlin Clark ist keine Arme. Für die Basketball-Spielsaison bekommt sie eine halbe Million, außerdem bekommt sie viel Geld, weil sie Sachen von bestimmten Herstellern anzieht. Der Wohlstand wird aber mit vielen blauen Flecken bezahlt. Sie gehört zu den Spielern, die am meisten gepocht wurden, meistens von Afrikanerinnen. Ein Foul gegen sie beschäftigt grad die Nation, der Fußball gerät ins Minderinteresse.
Das 22-sekündige Blickduell, die Feindschaft mit DeWanna Bonner und Sophie Cunninghams unermüdlicher Einsatz für Caitlin Clark – all das hat sich im Internet zu einem Meme entwickelt. Doch Sophie Cunningham sagt, alles habe mit etwas viel Einfacherem begonnen: Sie wollte Caitlin Clark den Rücken stärken. Laut der New York Times ging Cunninghams 22-sekündiges Fingerzeig-Duell mit DeWanna Bonner nach dem 86:77-Sieg der Indiana Fever gegen die Phoenix Mercury viral und sorgte in den sozialen Medien für Furore. Der Moment entstand aus einem immer hitziger werdenden Spiel, das seinen Anfang nahm, als Clark und Bonner im vierten Viertel aneinandergerieten. Dies löste eine Kettenreaktion aus, die fünf Spielerinnen technische Fouls einbrachte. Nachdem Clark und Bonner nach dem Pfiff Worte gewechselt hatten, war Cunningham eine der ersten Fever-Spielerinnen, die sich zwischen sie stellte. Sekunden später wandte Bonner ihre Aufmerksamkeit Cunningham zu, zeigte mit dem Finger auf sie und beschimpfte sie von der anderen Seite des Spielfelds. Cunningham reagierte, indem sie stumm zurückzeigte – und dann nicht aufhörte. Etwa 22 Sekunden lang blieb sie stehen, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen, bis ein Mitarbeiter der Fever sie schließlich wegführte.
Diese an sich häufige Szene einer Prügelei regt das Land auf, weil es um die Frage geht, ob Afrikanerinnen von den Schiedsrichern systematisch bevorzugt werden,
Frau Cunningham ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie ist in meinen Augen eine arrogante Ziege. Aber grad mit diesem unbeugsamen Charakter traut sie sich, ein Dogma des Wokismus in Frage zu stellen. Amerika diskutiert über Gleichberechtigung.
