Die Steuereinnahmen des ersten Halbjahrs

Jeder hätte gedacht, daß sich dank der Sondervermögensorgie und der ausufernden Neuverschuldung der staatlichen Ebenen ein Wachstum der Steuereinnahmen einstellen würde. Die grundlegenden Prozesse in der Wirtschaft laufen jedoch so schlecht, daß sie die üppigen Konjunkturspritzen völlig überlagern. Der interessierte Beobachter wundert sich, daß das dem Buka überhaupt nicht auffällt. Er vermutet Nörgler, Nöler und Miesmacher am Werk, wenn auf schwierige Fakten hingewiesen wird.

Das Steueraufkommen ist im ersten Halbjahr trotz einigen Abgabenerhöhungen nur um 0,8 % gewachsen, obwohl die Inflation offiziell 2,5 % betrug. Das ist insofern bemerkenswert, weil der Steuerertrag früher immer schneller wuchs als die Geldentwertung.

Die veranlagte Einkommenssteuer ist gegenüber der Vorjahrsperiode um 3,1 % gefallen. Die Körperschaftssteuer reduzierte sich gar um 8 %. Die Gewerbesteuerumlage sank um 5,7 %. Die Ländersteuern sanken gegenüber dem 1. Hj. 2025 um 12,9 %.

Diese Steuern lassen den Absturz der Wirtschaft nicht nur erahnen, sondern sie beweisen ihn. Die Gewinne sinken, erste Unternehmungen sind in Schwierigkeiten oder haben den Löffel bereits abgegeben.

Die Gewerbesteuerbelastung hat sich 2026 durch gestiegene kommunale Hebesätze in vielen Gemeinden erhöht. Zudem hat der Bundestag eine gesetzliche Anhebung des bundesweiten Mindesthebesatzes von bisher 200 % auf 280 % beschlossen, die allerdings erst 2027 wirken wird.

Diese Maßnahmen haben im Jahr 2026 nicht zu einem höheren Steuerertrag geführt. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind im Jahr 2026 in vielen deutschen Städten und Gemeinden sogar spürbar eingebrochen. Die Telekom, Bayer. Lanxess, Covestro, Merck, Carl Zeiss Meditec, VW, Mercedes, Daimler Truck, Traton, Porsche, PVA Tepla, Siltronic, Nagarro, Aixtron, Puma, Jenoptik, LPKF Laser, Hawesko und Rheinmetall verbuchten beispielsweise 2025 sinkende Gewinne oder erhöhte Verluste, was 2026 in den Standortgemeinden kassenwirksam ist.

Insgesamt ergibt sich das Fazit, daß es in Deutschland wirtschaftlich abwärts geht. Die Entwicklung der Ertragssteuern läßt nur diesen einen Schluß zu. Alles andere ist Nölerei und Nörgelei hinsichtlich meiner Analyse.