Deutschland ohne NATO
Es ist ein Szenario, das zumindest eine Option ist: Amerika verlangt von seinen Partnern die Pflege gemeinsamer Werte, wie Marktwirtschaft, Meinungsfreiheit und Demokratie. Nicht alle NATO-Staaten gehen darauf ein. Dann steht noch eine Wahl in Rheinland-Pfalz vor der Tür und Friedrich Merz schwenkt auf den Kurs des Grünfunks ein, kritisiert Trump wegen des Irankonflikts, obwohl er auch Planwirtschaft betreibt, die Zensur fast schon obligat ist und die Demokratie ausgehebelt.
Trump muß nicht, aber er könnte sein Bündnis mit Staaten fortsetzen, die die Werte Amerikas teilen. Deutschland gehört in seinen Augen nicht dazu. Für diesen Fall müßte Deutschland einen Plan B haben, also entscheiden, welcher Kernwaffenmacht es sich anschließt.
Da gibt es zunächst einmal Frankreich. Es ist nicht grad üppig bewaffnet, aber das Problem liegt auf politischer Ebene: Würde Merz 2027 eine Präsidentschaft des RN schön finden? Was würde der Grünfunk dazu meinen? Begänne dann schon wieder die Suche nach einer neuen Schutzmacht?
Zweite Wahl wäre das Vereinigte Königreich. Nach der nächsten Unterhauswahl würde es vermutlich weder von Labor noch von den Konservativen regiert werden. Auch hier: Wie würde Merz unter dem Druck der NGOs reagieren? Würde er unter den Schirm der nächsten Schutzmacht flüchten?
Dritte Option ist Rußland. Es ist durch den Ukrainekonflikt geschwächt und hat einen direkten Zugang zu Deutschland nur über die Ostsee. Merkels Nordstream war nicht grad eine Erfolgsgeschichte. Positiv wäre zu werten, daß die Rohstoffversorgung Deutschlands voraussichtlich doch verbessert werden könnte. Rußland ist weltpolitisch ein recht schwacher Partner. Kürzlich konnte nicht einmal Bergkarabach verteidigt werden. Auch Syrien ist dem Kreml entglitten, dem Iran, Venezuela und Kuba kann man aus Moskau nicht helfen.
Der Kanzler war kürzlich in China. Ein guter Teil der deutschen Wirtschaft ist schon ins Reich der Mitte emigriert. Wäre China eine gute Schutzmacht? Noch hat es außer Albanien und Hong Kong kein Land richtig probiert, Albanien hat das Bündnis beendet, geblieben sind die bunten Papiersonnenschirme der schönen Frauen. Hong Kong läuft an der immer kürzer werdenden Leine.
Auch Israel hat Kernwaffen. Aber wäre es bereit angesichts der Israelfeindlichkeit in den drei Linksparteien auch nur eine Rakete zu Gunsten Deutschlands abzufeuern?
Bleiben Indien, Pakistan und Nordkorea. Die ersteren beiden sind mit ihrem internen Konflikt beschäftigt, Nordkorea hätte vermutlich Interesse. Die politischen Vorlieben sind in Berlin und Pjöngjang etwa die gleichen, aber die militärischen Ressourcen der Neuen Heimat der Werktätigen scheinen doch beschränkt zu sein.
Friedrich Merz muß uns mal erklären was er vor hat.

So ungern es auch gehört wird: Restdeutschland als Ganzes will keiner seiner Nachbarn, niemand, verteidigen. Nicht einmal wirklich haben wollen sie dieses wiedervereinigte Ding. Gerade vor einem halben Jahr äußerten Polen, Frankreich, Benelux Bedenken ob des deutschen Kriegsgeschreis.
Mit Einzelstaaten sähe es schon anders aus, die wären größtenteils mit sich beschäftigt, denn ein dem HRR gegenüber dissidentes und landfriedensbrüchiges Preußen gibts nicht mehr. Hessen-Kassel beispielsweise bräuchte auch keinen Atomschirm, stattdessen könnten sie es wieder mit dem Untertanenverkauf probieren – und wie damals würde keiner zurückwollen…
Alles Kockolores, Herr Prabel.
Die einzig vernünftige (und nachhaltige) Lösung für Deutschland ist die politische und militärische Neutralität.
Das wurde Deutschland durch die Westalliierten 2 mal verwehrt – 1945 und 1990. Die Anglo-Amerikaner hatten andere Pläne Richtung Osten und brauchten (West-)Deutschland als nächstmöglichen Standort Richtung Russland / SU. (Operation „Unthinkable“ von Churchill)
Zum anderen hat Deutschland als rohstoff- und energieträgerarmes Land gar keine andere Wahl, in alle Richtungen stabile, von politischen und ideologischen Blockgefechten unabhängige Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zu knüpfen.
Alles andere ist nicht kalkulierbar, Trump wäre sicher froh, Putin und Xi auch. Abkotzen würden die üblichen Verdächtigen und Provokateure wie Polen, Frankreich oder die Briten, weil sie über die dann fehlenden Bündnisse keinen Einfluss mehr auf Deutschland hätten.
Stimmt. Warum sollte zB Rußland in die genannten Konflikte militärisch eingreifen, insbesondere ohne Beistandspakt (wie zB Nordkorea) oder zumindestens Nachfrage? Ich fürchte, daß es mit schwarz / weiß, gut / böse oder stark / schwach nicht getan ist und wende mich lieber erkennbaren Realitäten / Tendenzen zu.
Herr Prabel: Die neue Weltordnung entfaltet sich vor unser aller Augen. Manch Illusionär bezeichnet sie als Multipolarität. Ich würde sagen: Jeder ist sich selbst der nächste! Das gilt insbesondere für Russland. Russland ist nicht die Sowjetunion. Das müsste doch nun auch der Letzte begriffen haben.
Mangels wirtschaftlichem Verständnis innerhalb des Berliner S Bahn Ringes hat Deutschland aber in dieser neuen Welt kein Pfund zum Wuchern. Deswegen auch der Versuch vom Fritze unter den französischen Kernwaffenschirm zu schlüpfen. Die Nachfolger vom petit roi werden uns das ganz schnell spüren lassen. Ohne das Rheinland zu besetzen.
Hat man denn schon mal Kazachstan und Uzbekistan in Erwägung gezogen ? Beide mit Muslimen bevölkert ! Ich meina ja nur ….