„Haltet den Dieb“ auf Ostberliner Art
Der Aufbau eines faschistischen Popanz zur Verschleierung eigener Verbrechen ist nicht neu. Ich habe grade ein Beispiel aus dem Jahr 1980 gefunden. Die Zone hatte größte Ähnlichkeit mit einem KZ. Unter anderem war sie mit Stacheldraht umzäunt, um das Fortlaufen zu verhindern. Aber auch von der Führungsstruktur und den Medien glich sie dem nationalsozialistischen Vorgängerstaat fast aufs Haar. Am 1. Oktober 1980 war einer der wenigen Notausgänge geschlossen worden. Auch nach Polen durfte man wegen dem Ausbruch von Streiks nicht mehr reisen.
Am 6. Dezember 1980 feierte das Neue Deutschland – für die Jüngeren: Das Zentralorgan der Partei – einen diplomatischen Sieg. Die Zone hatte – vermutlich auf Geheiß Moskaus – die UNO rumgekriegt eine Resolution anzunehmen, in der alle Staaten aufgefordert wurden, wirksame Maßnahmen gegen Gruppen und Organisationen zu ergreifen, die Nazismus, Faschismus, Neofaschismus und verwandte Ideologien propagieren oder praktizieren. „Über getroffene Maßnahmen soll dem UNO-Generalsekretär berichtet werden.“
Man muß freilich wissen, daß damals alles, was nicht orthodox sozialistisch war, als faschistisch oder neonazistisch eingeordnet wurde, per esempio die BRD und die polnische Gewerkschaftsbewegung, der Prager Frühling, der Ungarnaufstand, der 17. Juni, aber auch jeder sonstige freiheitliche oder marktwirtschaftliche Luftzug.
16 Staaten hatten sich 1980 in der UNO feige der Stimme enhalten, darunter die USA und die BRD. Im Dezember 1980 war Jimmy Carter noch Präsident der USA. Obwohl er die Präsidentschaftswahl im November 1980 gegen Ronald Reagan verloren hatte, blieb er bis zum Ende seiner Amtszeit am 20. Januar 1981 im Amt. In Bonn regierte Helmut Schmidt, der auch nicht den Arsch in der Hose hatte, Ostberlin zu widerstehen. Die „Demokraten“ kapitulierten vor einer totalitären Propagandaaktion. Omnia repetuntur, alles wiederholt sich.
Wer etwas älter ist, weiß, wo sich Klingbeil und Merz ihre Inspiration holen.

Das ND war übrigens „Organ des Zentralkomitees“ usw. Ansonsten möchte ich Ihre KZ-Erinnerung nicht weiter stören.
Die Ähnlichkeit des „ersten Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschem Boden“ mit einem KZ zweifele ich vom Grundsatz her nicht an, allein schon wegen Mauer und Stacheldraht. Und doch muss man sich heute wundern, was in diesem KZ-ähnlichen Land alles subventioniert worden ist. Was in Bildung, für Kinderbetreuung, für die Kultur alles getan wurde.
Aber herrschte zu dieser Zeit nicht auch die Hallstein-Doktrin, die westliche Embargopolitik gegen die DDR und der „Kalte Krieg“?
Und ging nicht zu dieser Zeit eine streng militärisch bewachte geo- und wirtschaftspolitische Grenze zwischen zwei Machtblöcken mitten durch Deutschland?
Im Osten ein System des selbstverschuldeten Mangels und der Marktfeindlichkeit.
Im Westen ein System der Sattheit und Verfressenheit zu Lasten „unserer Brüder und Schwestern in der Zone“ in Ausnutzung der permanenten Devisenschwäche der DDR.
Man darf es sich nicht zu einfach machen mit der Beschreibung der Zustände im „Kalten Krieg“, der, Gott sei Dank“ friedlich beendet werden konnte und hoffentlich nicht noch zurück kommt.
Im Grunde genommen waren die Propagandisten des DDR-Sozialismus bei der Erkläung ihres Herrschaftssystems ehrlicher als die des westlichen Neoliberalimus, die ihre Auffassungen von Freiheit und Demokratie wie eine Monstranz vor sich her trugen.
Die Stalinisten sagten offen und deutlich, dass ihre Herrschaftsform eine Diktatur ist, nämlich „die Diktatur des Proletariats“, sie verschwiegen dabei allerdings, dass ihnen die Arbeiter und Bauern weggelaufen wären, wenn der Stacheldrahtzaun nicht errichtet worden wäre.
Die Neoliberalisten der BRD mit ihrem ständigen Geplärre von Freiheit und Demokratie verschwiegen stetig die Tatsache, dass nicht sie und das Volk die Macht im Staate haben, sondern die Lobbyisten der mächtigsten Wirtschaftsverbände und transnationalen Konzerne.
Wie sonst erklärt man, dass jegliche freie Wahlen über jahrzehnte hinweg immer wieder die gleichen einflussreichen Gruppen und Personen in Exikutivorgane des Staates gebracht haben?
Wir sehen aktuell das gleiche verlogene Spiel mit dem Wählerwillen. Um an der Macht zu bleiben, kommt es zu fürchterlich stümperhaft zusammengebastelten Koalitionen, dass bloss nicht der „große Betriebsunfall“ des Regierens passiert und die AfD die absolute Mehrheit bekommt.
Die Wahlen im Osten werden in diesem Jahr zeigen, wo der Hammer hängt.
Die Ost-Lehrbücher wurden auch im Westen begierig konsumiert, gerade in den Naturwissenschaften.
Jetzt gerade, wo es um die Kernfusion geht, ist auffällig, daß die Tokamak-Bauweise, erfunden in der SU, dominiert.
NB: Im Westen wurde – subtilerweise und tiefergehend – vielleicht sogar mehr Propaganda getrieben als im Osten. Anders sind die konstanten Wahlergebnisse doch gar nicht zu erklären, wenn man großflächige Fälschungen mal ausschließt.
Das westdeutsche Establishment konnte sich bis etwa 2010 durch den Erfolg wirtschaftlichen Handelns legitimieren. Erfolg ist keine Propaganda. Propaganda beginnt immer, wenn der Mißerfolg kaschiert werden muß oder eine Sekte wie das Klima die Medien erobert hat. Das Problem liegt darin, daß der seitherige Niedergang nicht von allen gleichmäßig wahrgenommen wird.
Warum hat Schröder nach der Jahrtausendwende den Niedriglohn eingeführt, um hiesige Produkte am Weltmarkt preislich einzubremsen?
Eigentlich war die Bonner Republik schon 1989 genauso pleite wie die DDR, konnte sich mit deren Verkauf aber noch 10, 12 Jahre retten.
Hochlohn, viel zu personalintensive Produktion, Konzentration auf nur mehr ein Produkt (wer denkt noch an die Zerschlagung von Hoechst?), hoffnungsloser Rückstand in Forschung und EDV (Gentechnik, Internet), Beginn der großsprecherischen Wiederbetätigung (Jugoslawien!), all das wurde natürlich propagandistisch begleitet.