Der antikapitalistische und antisemitische Drall der Studenten

Die amerikanischen, britischen, französischen und deutschen Unis sind wahre Brutstätten der Finsternis. Ich möchte da gar nicht in die Tiefe gehen, weil es zu eklig ist. Vielmehr interessiert mich ein Blick in den Rückspiegel. War das früher auch schon so?

Natürlich war das Studium früher auch schon durch staatliche Entscheidungen politisch belastet. Von 1933 bis 1989 war das überhaupt keine Frage. In einer sozialistischen und antisemitischen Diktatur wurde schon darauf geachtet, daß die Studenten zwangsorganisiert waren und nicht abweichlerisch tätig wurden. Diese Zeit muß man aus den Betrachtungen mal rausnehmen. Sehen wir nach der Zeit, wo man noch selbst entscheiden konnte.

In Preußen wurde 1920 die „Verfasste Studierendenschaft“ öffentlich-rechtlich verankert, was den studentischen Ausschüssen offizielle Rechte und Finanzierung gab. In der zweiten Hälfte der 20er Jahre gewann der Nationalsozialistische Studentenbund sehr viele Wahlen zu den Studentenausschüssen. 1923 waren die Eltern vieler Studenten in der Inflation ihre Ersparnisse losgeworden, das war grade im Bildungsbürgertum verbreitet, weil man kaum Sachwerte hatte, sondern in Versicherungen und Geld investiert gewesen war. In diesen Schichten war die Liebe zur Republik sehr begrenzt und de Wunsch nach Rache ausgeprägt.

Eine lokale Sonderentwicklung war die BRD 1949 bis 1990. Als ich 1989 nach Darmstadt kam, war fast keine Wand unbeschmiert. Überall RAF-Parolen, ungebremster Antisemitismus schon damals. Auch die BRD hatte in eingen Bundesländern Studentenausschüsse zugelassen und finanziert, Der Marxistische Studentenbund Spartakus war eng mit der DKP und damit der DDR, arabischen Machthabern und dem Kremlin verbunden und stellte an vielen Universitäten eine dominierende Kraft dar. Es bildeten sich daneben zahlreiche maoistische, leninistische oder sponti-orientierte Gruppierungen, die sich gegenseitig heftig bekämpften. Daneben gab es noch den Sozialdemokratischen Hochschulbund (SHB) und die Juso-Hochschulgruppen, Der Kern der RAF arbeitete mit antisemitischen Gruppen im Nahen Osten und mit der Zonenführung eng zusammen.

Die Wahlbeteiligung zu den Studentenausschüssen schwankte um 1970 um die 50 % und ging im Lauf der Zeit auf 10 % zurück, so daß es Radikalinskis immer leicht hatten. Heute sehen die Ergebnisse der HAMAS-Unterstützung so aus:

Man kann noch einen Tick zurückgehen: Nicht alle Burschenschaften waren antikapitalistisch und antisemitisch, zumal der Begriff des Kapitalismus erst ab 1850 eine Bedeutung im Diskurs erlangte. Die Masse der studentischen Vereine aber doch. Im späten 19.Jh. und in der Weimarer Republik wurden die Burschanschaften antisemitischer, sie gerieten unter die Fuchtel der Jugendbewegung mit ihrem Führertick. Da gleichzeitig besonders von Werner Sombart die Kapitalismusdebatte geführt wurde, gerieten die Juden als Kapitalismusverursacher in die Kritik. Da die Juden vor allem die Freien Berufe dominierten, und damit den Sozialismus förderten, ist das eigentlich Unsinn.

Der Ideengeber der Burschenschaftsbewegung war Turnvater Jahn. Daß er Franzosen nicht leiden konnte sei ihm als Kind der damaligen Zeit nachgesehen. Er hatte aber auch eine heilige Wut auf Juden. Jahn gründete 1810 mit anderen den „Geheimen Deutschen Bund“, der als direkter Vorläufer der Burschenschaften gilt. Nach den antisemitischen Hep-Hep-Unruhen im August 1819, bei denen sich in vielen Städten Studenten danebenbenahmen, zog Fürst Metternich im September 1819 die Notbremse und verbot Turnvereine und Burschenschaften.

Heute fehlt ein Metternich. Merz gibt dem Sozialismus und den Mullahs freie Bahn.